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Verica G. stammt ursprünglich aus
Serbien, ist jedoch kroatische Staatsbürgerin und verbrachte einen
Großteil ihres Lebens kriegsbedingt auf einer ungewollten Odyssee quer
durch Europa. Zuletzt lebte sie jahrelang ohne Ausweispapiere in
größter Armut und ständiger Angst vor Verhaftung und Abschiebung in
Sarajevo.
Sie ist 61 Jahre alt, alleinstehend, kinderlos und hat keine
Verwandten. Ihr tägliches Überleben verdiente sie mit dem Verkauf
gebrauchter Kleidung auf dem Straßenmarkt und mit Betteln. Sie hauste
in kriegszerstörten und verlassenen Gebäuden mit Bekannten aus dem
Roma-Milieu.
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Die Existenz als Illegale wurde so unerträglich, dass sie sich zur
Rückkehr in ihr Herkunftsland Kroatien entschloss, obwohl sie auch
dort weder Menschen noch einen Heimatort hat.
Pharos erklärte sich bereit, sie dabei finanziell und durch
ehrenamtlich geleistete Sozialarbeit zu unterstützen. Bei allem stand
stets im Vordergrund, dass die gesamte Prozedur in Würde ablaufen
sollte. Üblicherweise folgen auf die Meldung bei den Ausländerbehörden
Verhaftung, Abschiebehaft und der Zwangstransport über die Grenze des
Herkunftslandes, wo der Abgeschobene sich selbst überlassen wird.
Pharos etablierte jedoch eine enge und gute Kooperation mit allen
zuständigen Stellen sowohl in Bosnien-Herzegowina wie in Kroatien und
erreichte, dass sie den Zeitraum während der Feststellung ihrer
Identität in Freiheit und in einer menschenwürdigen Unterkunft
verbringen konnte. Nur so konnte sie sich auf diesen schweren Schritt
vorbereiten und ihn ohne Schaden an Körper und Seele überstehen.
Gemeinsam mit Pharos-Koordinatorin Ingrid Halbritter verließ sie Mitte
April 2009 das Land und konnte legal nach Kroatien einreisen. In
einer Kleinstadt, wo sie in den 1990er Jahren eine Zeitlang
gearbeitet hatte, erhielt sie ihre neuen Ausweispapiere, ist nun
krankenversichert und erhält eine bescheidene Sozialhilfe. Alle
entstandenen Kosten trug Pharos.
Seit ihrer Ankunft bis Anfang September 2009 war sie im Prinzip
obdachlos, da die Sozialhilfe von 70 Euro für das Mieten eines
Zimmers nicht ausreicht und das Sozialamt keine Lösung anbieten kann.
Auf ihren Hilferuf hin finanzierte Pharos den Erwerb eines
gebrauchten Wohnwagens, der ihr zur lebenslangen Nutzung zur
Verfügung steht. Der Wohnwagen steht auf dem Grundstück eines jungen
befreundeten Ehepaars, das sich rührend um sie kümmert.
Ihre Ansprechpartnerin für die Pharos-Projekte: Ingrid
Halbritter M.A., Sarajevo
E-Mail: ingrid.halbritter@pharos-online.org
Telefon: 00387 (0)33 223 560 oder 00387
(0)61
199 742
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